Gedenkakt zum 81. Jahrestag der Befreiung von Flossenbürg
Carolin Bierschneider2026-04-30T16:05:43+02:00Am 26. April 2026 nahm ich am feierlichen Gedenkakt in der KZ‑Gedenkstätte Flossenbürg teil, um den 81. Jahrestag der Befreiung des Lagers am 23. April 1945 durch US‑Truppen zu würdigen. In einer stillen Atmosphäre stand das Gedenken an die über 100 000 Menschen im Zentrum, die in Flossenbürg und seinen rund 80 Außenlagern inhaftiert waren – und an die unzähligen Tausenden, die dort durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit, Misshandlungen oder gezielte Tötungen ihr Leben verloren.
Besonders beeindruckend waren die Worte von Dr. Leon Weintraub, einem Überlebenden des Lagers. Der Akt erinnerte nicht nur an das unfassbare Leid, sondern richtete zugleich einen klaren Blick in die Gegenwart: Die Mahnung, Menschenwürde, Demokratie und den Schutz vor Extremismus und Antisemitismus aktiv zu verteidigen.
Die Geschichte von Flossenbürg – von seiner Gründung 1938 über die Ausbeutung von Häftlingen im Granitsteinbruch bis hin zu den Todesmärschen der letzten Kriegswochen – wurde im Gedenkakt eindringlich verknüpft mit der heutigen Aufgabe der Gedenkstätte als Ort historischer Bildung und Forschung. Das digitale Totenbuch und das umfangreiche Archiv zeigen, dass das Erinnern nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern ein lebendiger Beitrag zur Aufarbeitung und Prävention ist.
Als Besucher dieses Tages fühlte ich die Verantwortung, die Erinnerung weiterzutragen, und die Hoffnung, dass das Gedenken an Flossenbürg uns alle dazu anspornt, für eine Gesellschaft einzustehen, in der solche Gräueltaten niemals wieder geschehen können
