Integrationspreis 2026

Sprache schafft Heimat - Integration leben

Bayerischer Integrationspreis 2026 verliehen

Auszeichnung für Projekte, die sich in besonderer Weise um die gemeinsame kulturelle Teilhabe von einheimischen und zugewanderten Menschen verdient gemacht haben

Sprache ist weit mehr als nur Worte – sie verbindet Menschen. Eine gemeinsame Sprache öffnet Türen, schafft Vertrauen und ermöglicht echte Begegnung. Sie bildet das Fundament für Verständigung und gesellschaftliche Teilhabe – im Alltag, im Beruf und in der Schule. Nur wer die Sprache seines Gegenübers spricht, kann Gedanken teilen, Gefühle ausdrücken und Missver¬ständ-nisse überwinden. Auf diese Weise wächst gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. Eine gemeinsame Sprache hilft uns auch, Unterschiede zu erkennen, Vorurteile abzubauen und offen aufeinander zuzugehen. Sie ist ein Schlüssel für ein respektvolles Miteinander. Und letztlich ist eine gemeinsame Sprache Voraussetzung dafür, um wirklich anzukommen, sich zuhause zu fühlen und Heimat zu finden. Die deutsche Sprache zu erlernen und aktiv zu gebrauchen, ist daher von entscheidender Bedeutung für die Integration von zugewanderten Menschen bei uns.

Über 100 Projekte, bei denen der Erwerb und die Anwendung der deutschen Sprache im Fokus steht, hatten sich in diesem Jahr beworben. 

Wie immer war auch in diesem Jahr für die Jury die Wahl der Preisträger nicht leicht. Es gibt so viele wunderbare Initiativen, die alle eine Auszeichnung verdienen würden. 

Die Jury hat letztendlich drei Projekte, die sich in besonderer Weise für den Erwerb und die Anwendung der deutschen Sprache bei zugewanderten Menschen engagieren, ausgezeichnet.
1. Preis (4.000 Euro): HipHop Heroes – Sprache schafft Heimat, Ingolstadt
Projektträger: INfreestyle e.V. / Projektverantwortlicher: Aboue Riche
2. Preis (2.500 Euro): Reden. Begegnen. Dazugehören: Sprachpatenschaften für alle Lebenslagen, Passau
Projektträger: Gemeinsam leben & lernen in Europa / Projektverantwortliche: Perdita Wingerter
2. Preis (2.500 Euro): FCA-Ballschule mit Sprach- und Leseförderung, Augsburg
Projektträger: Fußball-Club Augsburg 1907 e. V. / Projektverantwortlicher: Alexander Del Sorbo

Der Festakt fand am 04. Mai 2026 statt. Gemeinsam mit Innenminister Joachim Herrmann und Landtagspräsidenten Ilse Aigner überreichte ich im Senatssaal des Bayerischen Landtags im Rahmen einer großen Feier den diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinnern ihre Preise. 

Durch die Veranstaltung führte die Moderator Hani Who, die Slam Poetin Maron Fuchs trat im Showprogramm auf. Die musikalische Gestaltung dieser rundum gelungenen Veranstaltung übernahmen die Münchner Band Treibauf sowie die HipHop Heroes.

Ich danke allen, die sich beworben haben, und allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben für Ihren großartigen Einsatz!

HipHop Heroes – Sprache schafft Heimat, Ingolstadt
Reden. Begegnen. Dazugehören: Sprachpatenschaften für alle Lebenslagen, Passau
FCA-Ballschule mit Sprach- und Leseförderung, Augsburg

Die Preisträger des Integrationspreises 2026

1. Preis (4.000 Euro):
HipHop Heroes – Sprache schafft Heimat, Ingolstadt

Projektträger: INfreestyle e.V. / Projektverantwortlicher: Aboue Riche

Der Verein INfreestyle e.V. aus Ingolstadt steht für kreative, inklusive und niedrigschwellige Jugendarbeit. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 schafft der gemeinnützige Träger vielfältige Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche – bewusst kostenfrei und offen für alle. Im Mittelpunkt der Arbeit von INfreestyle stehen kreative Ausdrucksformen wie Musik, Film, Medien, Kunst und Naturpädagogik. Ziel ist es, jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Talente entdecken, ihre Persönlichkeit entwickeln und Gemeinschaft erleben können. INfreestyle e.V. nutzt Rap, Jugendkultur und Medienarbeit, um Kinder und Jugendlichen in Ingolstadt einen Ort zu geben, an dem Sprache nicht nur gelernt, sondern gelebt wird. Das Projekt HipHop Heroes ist ein Rap-Projekt, dass junge Stimmen mit Beats und Botschaften stärken soll. Durch Rap, kreatives Schreiben und Medienarbeit erzählen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Geschichten und können so Sprache aktiv erleben. In wöchentlichen Workshops entwickeln sie Texte, produzieren Musik und arbeiten gemeinsam an kreativen Ergebnissen wie Songs, Videos oder Präsentationen. Dabei steht nicht Perfektion im Vordergrund, sondern der persönliche Ausdruck – mit dem Ziel, Hemmungen abzubauen und durch kreative Arbeit eine Gemeinschaft zu schaffen, in der aus Unsicherheit Selbstbewusstsein und aus Sprache ein Stück Heimat wird.

2. Preis (2.500 Euro): Reden. Begegnen. Dazugehören., Passau

Projektträger: Gemeinsam leben & lernen in Europa / Projektverantwortliche: Perdita Wingerter

Der Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“  wurde 2008 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern und der Medienwelt Vesper in Passau gegründet. Als gemeinnützige Organisation schafft der Verein seit vielen Jahren vielfältige, niedrigschwellige Angebote, die Menschen zusammenbringen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen ehrenamtlich getragene Projekte, die Sprache, Austausch und Miteinander fördern.

Das Projekt vereint mehrere regelmäßig stattfindende Sprachpatenangebote, wie individuelle 1:1-Sprachförderung an Schulen für Kinder aus aller Welt und zeitliche begrenzte Sprachpatenschaften für Jugendliche und junge Erwachsene. Diese Angebote richten sich gezielt an unterschiedliche Altersgruppen und Lebenssituationen und ermöglichen damit praxisnahes Deutschlernen. Für Migrantinnen und geflüchtete Frauen gibt es mehrteilige Trainings, die speziell auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Ergänzend fördern Angebote wie Kreativwerkstätten, gemeinsames Kochen oder andere Gruppenaktivitäten das Sprachenlernen durch gemeinsames Tun und Begegnung. Ob Sprachpatenschaften, Bildungsangebote oder interkulturelle Begegnungsformate – stets geht es darum, Hemmschwellen abzubauen, Vertrauen zu stärken und Menschen unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation aktiv in die Gesellschaft einzubinden. Dabei wird Integration nicht als abstraktes Ziel verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess im Alltag.

2. Preis (2.500 Euro):
FCA-Ballschule mit Sprach- und Leseförderung, Augsburg

Projektträger: Fußball-Club Augsburg 1907 e.V. / Projektverantwortliche: Alexander Del Sorbo

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Motto „Brücken bauen. Menschen bewegen. Umwelt schützen.“ möchte der FC Augsburg seiner Kernaufgabe als Fußballverein nachkommen: Die Förderung von Bewegung und Sport, insbesondere bei jungen Menschen.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Ballschule, in der spielerisch motorische Grundfähigkeiten und die Freude an Bewegung gefördert werden. Gleichzeitig wird diese Begeisterung gezielt genutzt, um Sprach- und Leseförderung in den Alltag zu integrieren. Ein fester Bestandteil jeder Einheit ist das gemeinsame Lesen: Übungsleitende lesen vor, stellen Verständnisfragen und motivieren die Kinder, sich aktiv mit Geschichten auseinanderzusetzen. Über das Schuljahr hinweg werden mehrere Bücher erarbeitet und von den Kindern selbst präsentiert – so werden neben Lesekompetenz auch Ausdrucksfähigkeit und Selbstvertrauen gestärkt.

So entstehen niedrigschwellige Bildungsräume, in denen Bewegung, Sprache und Gemeinschaft miteinander verbunden werden und Kindern neue Zugänge zu Lernen und Teilhabe eröffnen.

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