Kundgebung und Erklärung gegen Antisemitismus am Münchner Königsplatz
Susanne Winter2025-10-16T15:21:46+02:00Ein überparteiliches Bündnis lud für den 5. Oktober 2025 zu einer großen Kundgebung gegen Antisemitismus in München ein. Mir war es ein großes persönliches Anliegen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.
Es sprachen Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Gesellschaft und Kirche, darunter Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Landesbischof Christian Kopp und der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster.
Ziel war es, ein klares Zeichen gegen Judenhass und für den Schutz demokratischer Werte zu setzen.
Ein vom Bündnis gemeinsam entwickelter Fünf-Punkte-Plan gegen Judenhass wurde verlesen:
- Bildung und Begegnung stärken:
Verbindliche Bildungsinhalte zu jüdischem Leben, israelischer Geschichte und Antisemitismus in der Ausbildung von Staatsbediensteten, Schulen und Hochschulen. Einrichtung von Antisemitismusbeauftragten an Hochschulen und Ausbau von Begegnungsprogrammen mit Israel. - Recht und Schutz jüdischen Lebens sichern:
Antisemitismusbeauftragte in Polizei, Justiz und Verwaltung einsetzen. Straftatbestand für Aufrufe zur Vernichtung Israels schaffen, Erweiterung des Volksverhetzungsparagrafen auf Angriffe gegen Juden auch im Ausland. Boykottaufrufe gegen Israel an Hochschulen und im Kulturbereich unterbinden. - Jüdisches Leben sichtbar und sicher machen:
Veranstaltungen mit antisemitischer Hetze konsequent verbieten. Synagogen und Gedenkorte besser schützen. Religionsfreiheit durch Anerkennung jüdischer Feiertage im Arbeitsrecht sicherstellen. - Partnerschaften und jüdische Kultur fördern:
Jüdisches kulturelles Leben sichtbar machen und fördern, inklusive öffentlicher Finanzierung. Städtepartnerschaften mit Israel pflegen und vor politischem Druck schützen. Öffentliche Gelder nicht an antisemitische Projekte vergeben. Wissenschaftliche Kooperationen mit Israel ausbauen. - Monitoring ausbauen und grenzüberschreitend handeln:
Weiterer Ausbau des europäischen Monitorings von Antisemitismus (ENMA). Jährliche Berichte zu Fortschritten. Vernetzung von Polizei, Justiz und Bildung über Grenzen hinweg mit israelischer Einbindung.
Grundsatz: Judenhass wird nicht geduldet, sondern konsequent bekämpft – als gelebte Verantwortung für jüdisches Leben und die Sicherheit Israels.

